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Malteser Bornheim

Die Geschichte des Rettungsdienst in Bornheim

Die Geschichte des Rettungsdienstes in der Stadt Bornheim begann vor über sechzig Jahren. Auf den folgenden Seiten soll versucht werden, einen kleinen geschichtlichen Einblick zu bieten. 

 

Der "abenteuerliche" Anfang

Der organisierte Krankentransport geht auf das Frühjahr 1945 zurück, als die im Dritten Reich abgeschafften Freiwilligen Feuerwehren nach Beendigung des 2. Weltkrieges wiedergeboren wurden. 

Im damaligen Amt Bornheim formierte sich die neue Freiwillige Feuerwehr aus Bornheim. Sie organisierte in den folgenden Jahren den dringend notwendigen Krankentransport im Amt Bornheim, das damals aus den Gemeinden Bornheim, Sechtem und Hersel bestand, die dann im Jahre 1969 zur Gemeinde Bornheim und 1981 zur jetzigen Stadt Bornheim zusammengefasst wurden.
In den Anfängen nach 1945 stand zunächst kein spezielles Fahrzeug für den Krankentransport und den Rettungsdienst zur Verfügung. So wurden die Krankentransporte mit einem Löschgruppenfahrzeug behelfsmäßig durchgeführt. Dieses mit einer Feuerlöschkreiselpumpe und anderen feuerwehrtechnischen Geräten ausgestattete Fahrzeug bot Platz für neun Mann Besatzung. Es war genug Raum vorhanden zum Transport von hilfebedürftigen Personen, die zur Behandlung in ein Krankenhaus mussten, dennoch war der Ablauf eines Krankentransportes im Vergleich zu heute schon etwas "abenteuerlich".
So ging die Meldung über einen Einsatz zunächst an den Amtsbrandmeister, der dann per Fahrrad den bereitstehenden Fahrer informierte. Dieser fuhr dann ebenfalls mit dem Fahrrad zum Feuerwehrgerätehaus und führte den gemeldeten Krankentransport durch. Anfangs wurden nur Einzeltransporte vorgenommen, später kamen dann so genannte "Sammeltransporte" (von Walberberg bis nach Roisdorf) hinzu. Zu dieser Zeit war das Feuerlöschfahrzeug im alten Feuerwehrgerätehaus der Bornheimer Feuerwehr in der Königstrasse untergebracht. Als Fahrer standen Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Bornheim zur Verfügung, die auch die Krankentransportgebühren kassierten.
Im Jahre 1946 übernahm die Verwaltung des Amtes Bornheim die Organisation der Krankentransporte. Der erste Krankentransportwagen wurde im Jahre 1947 angeschafft. Dabei handelte es sich um einen von der Firma Miesen in Bonn umgebauten sechssitzigen Mercedes. 1952 kam ein weiterer Krankentransportwagen der Marke "Ford" hinzu. Beide Fahrzeuge waren in einer Garage am damaligen Bürgermeisteramt in Bornheim, Königstrasse 31, untergebracht.

Dienstbetrieb und Personal

In den folgenden Jahren machte es der Dienstbetrieb erforderlich, zusätzliches Fahrerpersonal einzusetzen. Die Krankentransporte wurden bis zum Jahre 1963 in der Regel nur von einer Person durchgeführt, was oftmals zu erheblichen Schwierigkeiten führte. Denn der Fahrer war bei der Aufnahme von erkrankten oder verletzten Personen auf andere Hilfe angewiesen, da nicht alle zu transportierenden Personen gehfähig waren und vielfach getragen werden mussten. Das gleiche Problem stellte sich bei der Übergabe des Patienten im Krankenhaus, denn hier musste die Hilfe eines Krankenpflegers oder sonstigen Mitarbeiters des Krankenhauses in Anspruch genommen werden.
Die Krankenhäuser sahen sich jedoch außerstande, diese zusätzlichen Belastungen dauernd zu übernehmen, so dass der Krankentransportwagen ab 1963 mit einem Fahrer und einem Beifahrer besetzt werden musste.
Zu dieser Zeit war der Dienstbetrieb so geregelt, dass während der Dienststunden der Verwaltung der Krankentransportwagen sofort eingesetzt werden konnte und nach Dienstschluss der Verwaltung (nachts, an Samstagen, Sonn- und Feiertagen) die Fahrer per Telefon von der ständig besetzten Zentrale des Rathauses in ihrer Wohnung über den Einsatz eines Krankenwagens benachrichtigt wurden. Der diensthabende Fahrer musste dann den Krankenwagen in der Garage am Rathaus holen, anschließend den Beifahrer (Transportbegleiter) abholen, um dann letztendlich zum Einsatzort zu fahren. Hierdurch entstanden zwangsläufig oft sehr lange Ausrückzeiten, so dass nicht selten der Krankentransportwagen erst eine halbe Stunde nach der Meldung am Einsatzort eintraf.
Infolge der steigenden Unfallzahlen und der erheblichen Zunahme internistischer Notfälle ergab sich ab 1973 die Notwendigkeit eines Dienstes "rund um die Uhr".
Der 24 h Dienst mit einer ständig besetzten Wache wurde am 18.02.1973 aufgenommen. Dadurch verkürzten sich die Ausrückzeiten wesentlich, da der Krankentransportwagen nunmehr zu jeder Tages- und Nachtzeit einsatzfähig war. Dies wurde auch durch den neuen Standort der Einsatzfahrzeuge begünstigt, denn nach dem Bau des neuen Rathauses 1969 standen die Fahrzeuge dort und ab 1972 in den Garagen des ebenfalls neu errichteten Nebengebäudes in unmittelbarer Nachbarschaft des Rathauses.
Für den Krankentransportdienst standen zu diesem Zeitpunkt acht Mitarbeiter zur Verfügung. Der Dienstbetrieb war so geregelt, dass im Wechsel jeweils zwei Mitarbeiter 24 h Dienst und anschließend 48 h frei hatten. Nach drei Wochen hatten sie eine Woche lang "Springerdienst". Während dieser Stunden standen sie für die Besetzung des zweiten Krankentransportwagens sowie als Vertretung beim Ausfall eines Mitarbeiters infolge von Urlaub oder Krankheit zur Verfügung. Die diensthabenden Krankenwagenfahrer waren im Untergeschoss des neuen Rathauses untergebracht. Während der Dienststunden der Verwaltung nahmen sie auch andere Aufgaben, wie z.B. Post- und Botendienst, Telefondienst wahr. 
Aufgrund eines Gesetzes über den Rettungsdienst vom 26.11.1974 wurde 1976 erstmals ein spezieller Rettungswagen angeschafft. Die gesetzlich geforderte ständig besetzte Rettungswache war bereits vorhanden.
Seit Januar 1978 wurden im Bornheimer Rettungsdienst auch Zivildienstleistende im Krankentransport eingesetzt. Auch wenn hiermit ein ständiger Wechsel nach Ablauf des Zivildienstes verbunden ist, so können durch den Einsatz von Zivildienstleistenden personelle Engpässe überwunden  werden.

 

Ausbildung und Weiterbildung zum Rettungssanitäter

In den ersten 25 Jahren war es in der Regel so, dass selbst lebensgefährlich verletzte Personen nur notdürftig versorgt und auf dem schnellsten Weg zum Krankenhaus transportiert wurden, ohne dass vorher die Transportfähigkeit des lebensgefährlich Verletzten durch einen Arzt festgestellt wurde. Hierdurch kam es oft zu unnötigen Komplikationen für den Verletzten mit Folgeschäden oder sogar Todesfolge. Hinzu kamen internistische Notfälle wie z.B Herzinfarkte, Schlaganfälle, Atemnot, Vergiftungen. Diese Patienten wurden oft ohne Erstversorgung und notwendige Begleitung durch einen Arzt zum Krankenhaus transportiert. Anfang der siebziger Jahre wurde die Entwicklung im Krankentransport und Rettungsdienst auf Drängen der Ärzte in den aufnehmenden Krankenhäusern dann zielstrebig vorangetrieben. Dabei ging es vorrangig auch darum, die Sicherheit, und damit auch die Überlebenschancen eines Verletzten zu erhöhen.
So wurde zunächst in den Großstädten mit dem Einsatz von speziell ausgerüsteten Rettungsfahrzeugen in Begleitung eines Notarztes begonnen. In der Stadt Bonn wurde dieses System 1971 eingeführt. Ab 1974 konnte dann auch für den Bereich der damaligen Gemeinde Bornheim bei schweren Unfällen und bei internistischen Notfällen ein Notarzt aus Bonn angefordert werden.
Obwohl neben dem Krankentransport ab 1976 ein modernes Rettungsfahrzeug zur Verfügung stand, fehlte es jetzt an der notwendigen Rettungssanitäterausbildung, um den Erfordernissen entsprechend helfen und dem Notarzt assistieren zu können. Am 13. Januar 1977 wurde deshalb eine Rettungssanitäterausbildung in der Feuerwache Wesseling unter der Leitung des Malteser Hilfsdienstes durchgeführt. Dieser Lehrgang umfasste insgesamt 520 Stunden, einschließlich eines Krankenhauspraktikums von drei Wochen im Malteser Krankenhaus in Bonn. Er endete mit einer schriftlichen, mündlichen und praktischen Abschlussprüfung vor einem Prüfungsausschuss.

Weitere Informationen

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